Juniorwahl 2014: Die Jüngsten beweisen Gestaltungswillen

Landtagspräsident Gunter Fritsch: Resonanz der jungen Wählerinnen und Wähler zeigt Interesse an der Demokratie

Mehr als 20.600 Brandenburger Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 haben parallel zur Landtagswahl ihre Stimme bei der Juniorwahl 2014 abgegeben. Mit 77,2% ist ihre Wahlbeteiligung beispielhaft. Das Besondere in diesem Jahr ist, dass viele der Jugendlichen nach der Juniorwahl in der Schule heute den Gang zum Wahllokal für die Landtagswahl antreten durften. Erstmals können junge Menschen bereits ab 16 Jahren für die Landtagswahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

Stärkste Kraft wurde bei der Juniorwahl mit 24,3% die CDU, gefolgt von der SPD mit 18,8%. Bündnis 90/Die Grünen erhielten 14,8%, Die Linke 11,4%, Piraten 10,8%, AfD 8,0% und die NPD 6,2%. An der 5%-Hürde gescheitert wäre unter anderem die FDP mit 3,2%. Sonstige Parteien und Wählervereinigungen erhielten zusammen 2,5%.

Der scheidende Landtagspräsident Gunter Fritsch zeigt sich mit der Beteiligung zufrieden: „Junge Brandenburgerinnen und Brandenburger wollen ihrer Wählerstimme offensichtlich Gehör verleihen. Die hohe Wahlbeteiligung der Juniorwahl zeigt, dass Jugendliche Interesse haben, unsere Demokratie mitzugestalten. Nachdenklich stimmt mich hingegen, dass noch immer zu viele Schülerinnen und Schüler Parteien am äußeren rechten Rand ihre Stimme gegeben haben. Hier gilt es, in den kommenden fünf Jahren weiter engagiert für eine Wahlentscheidung zugunsten demokratischer und gleichberechtigter Überzeugungen zu werben.“

Die Juniorwahl wird durchgeführt von Kumulus e. V. in Kooperation mit dem Landtag Brandenburg. Dieses Projekt der politischen Bildung steht auf zwei Säulen: Der Vorbereitung im Unterricht und dem Wahlakt an der Schule. In den letzten Wochen haben sich 104 Schulen im Rahmen der Juniorwahl innerhalb und außerhalb des Unterrichts rund um die Wahlen informiert und sich mit dem Thema Demokratie auseinandergesetzt. Die zahlreichen Unterrichtseinheiten und zugehörigen Arbeitsblätter für die Juniorwahl 2014 wurden am Lehrstuhl für Didaktik der Universität Potsdam entwickelt und den Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt. Höhepunkt der Meinungsbildung bildete der Wahlakt in den Schulen: Wahlzettel und echte Wahlurnen konnten von den Schulen hierfür angefordert werden.

Zahlreiche Studien zeigen den positiven Effekt des Projekts Juniorwahl: Das Verständnis und Interesse von Jugendlichen an demokratischen Abläufen und am politischen Geschehen wird bedeutend gesteigert. Zudem wirkt sie sich sogar positiv auf die Wahlbeteiligung der Eltern aus.

Der Träger der Juniorwahl, der Verein Kumulus e. V., hat bislang mehr als 40 Juniorwahlen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene erfolgreich durchgeführt. Die Juniorwahl geht auf die Initiative „kids voting“ zurück, an der sich in den USA in nur zehn Jahren mehr als fünf Millionen Jugendliche an 6.000 Schulen beteiligt haben. Im Land Brandenburg fand die Juniorwahl bereits zum dritten Mal parallel zur Wahl des Landtages statt.

 

Tabelle:

Ergebnis der Juniorwahl 2014 im Vergleich zu den Jahren 2009 und 2004



 

 

Methodischer Hinweis:

Die an der Juniorwahl teilnehmenden Schulen wurden nicht nach Schulform, Schülerzahl und geographischer Verteilung gewichtet. Ein repräsentativer Rückschluss auf alle Schülerinnen und Schüler des Landes ab der Jahrgangsstufe 7 ist daher nicht möglich.

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